Waschenbach

Infrastruktur

Die Waschenbacher Ortsgemeinschaft lebt nicht nur mit und von den Menschen, sondern auch von den Möglichkeiten, die sich den Menschen bieten. Wenn am Ort beispielsweise die Einkaufsmöglichkeiten fehlen, so muss es zumindest Gelegenheiten geben, auch ohne eigenes Auto Geschäfte zu erreichen. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) muss dann so attraktiv sein, dass die Menschen weiter entfernte Läden anfahren können.

Die Politik betreibt beispielsweise weder Lebensmittelläden noch Arztpraxen. In unserer Gesellschaftsordnung übernehmen diese Aufgabe private Unternehmer, oft sind es Kleinunternehmer, und freie Ärzte. Diese haben es aber häufig trotz guten Willens nicht einfach, um den Menschen diese Angebote zu machen. Viele scheitern an bürokratischen Hindernissen.

Wer beispielsweise nur einen Dorfladen betreiben möchte, der mitten im Ort liegt und der regelmäßig zu Fuß angesteuert wird, der muss dennoch zahlreiche PKW-Stellplätze bereithalten. Das ist zwar grundsätzlich richtig. Nach meiner Auffassung darf diese Bürokratie aber nicht dazu führen, dass überhaupt keine Dorfläden mehr eröffnet werden, weil die Auflagen zu groß sind. Hier kann die Kommunalpolitik echte Hilfe leisten, indem sie beispielsweise die bürokratischen Hürden senkt.

 

ÖPNV

Der ÖPNV liegt dagegen vollständig in den Händen der Politik. Hier halte ich es unter anderem für sinnvoll, eine weitere Busverbindung am Abend nach Waschenbach bereitzustellen. Es geht dabei weniger darum, wie viele Menschen die Verbindung tatsächlich nutzen, sondern darum, dass wir die Sicherheit haben, uns auch in den Abendstunden auf den Linienverkehr verlassen zu können. Ich habe mir übrigens in diesen Tagen nach dem Fahrplanwechsel einmal ein Tagesticket gekauft, um die Linien zu befahren. Über den Bus- und Bahnverkehr will ich nicht nur reden, sondern ihn auch selbst erleben.

 

Steinbruch

Mit dem Steinbruch verbindet Waschenbach nun schon eine längere Geschichte. Vor Jahrzehnten war er Ausdruck einer wirtschaftlichen Prosperität. Davon hat Waschenbach natürlich auch profitiert, das darf nicht geleugnet werden. Inzwischen gelten aber andere Unternehmen als wirtschaftliche Leistungsträger, etwa die Firma REA am Ortseingang. Der Steinbruch wird indes mehr und mehr zum Problem. Dies betrifft den Lärm, die Erschütterungen, den Staub, das Landschaftsbild und den mit dem Steinbruch verbundenen LKW-Verkehr. (Im vergangenen Jahr gab es darüber hinaus ein Geruchs-, ja ein Gestankproblem.)

Durch das Asphaltwerk, das seit vielen Jahren zusätzlich im Steinbruch ist, gibt es weitere Probleme, die etwa die Geruchsbelästigung betreffen.

All dies darf meiner Auffassung nach durch die Politik nicht als gottgegeben hingenommen werden. Die Probleme Waschenbachs müssen immer auch meine Probleme sein, die es zu lösen gilt. Als einziger Gemeindevertreter habe ich im vergangenen Jahr zum Gestank mehrere Anfragen an die Verwaltung gestellt. Das lag in meinem Einflussbereich.

Als Bürgermeister würden alle Verträge mit dem Betreiber des Steinbruchs und beispielsweise auch alle Gutachten über meinen Schreibtisch laufen. Selbstverständlich könnten dabei zahlreiche Möglichkeiten genutzt werden, um trotz möglicherweise langfristig bestehender Verträge zu einem wirklich fairen Interessenausgleich zwischen Steinbruchbetreiber und Bürgerschaft zu gelangen. Dabei liegt mir der Ausgleich der Interessen besonders am Herzen, denn der Steinbruch darf nicht verteufelt werden. Es müssen aber Lösungen gesucht und gefunden werden, die auch die Menschen in Waschenbach wirklich zufrieden stellen.

 

Wasserrohrbrüche

Mit einem ganz besonderen Problem haben seit einigen Jahren die Menschen insbesondere im Maiacker zu kämpfen. Fast jeder Hausanschluss der Wasserversorgung ist dort bereits gebrochen. Über die Ursache kann nur spekuliert werden. Zwar liegt es nah, dass die Erschütterungen durch den Steinbruch als Ursache in Frage kommen. Juristisch beweisen lässt sich das aber nicht.

Die Folgen der Rohrbrüche waren teilweise erhebliche Schäden an den Häusern, die auch dazu führten, dass Wohnräume nicht mehr nutzbar waren. Zwar sollen diese Schäden durch Versicherungen ausgeglichen werden. Den betroffenen Anwohnern blieb dennoch viel Ärger. Überdies mussten die Reparaturkosten für die Wasserleitungen übernommen werden.

Ein ganz besonderes Übel liegt darin, dass es nach allem nur eine Frage der Zeit ist, wann und wo der nächste Schaden auftritt. Das ist eine große Unsicherheit für die Anwohner. Ein neuer Leitungsbruch ist nach allen Erfahrungen sehr wahrscheinlich.

Auf die gesamte Problematik haben engagierte Mitbürger schon seit langem hingewiesen. Auch unsere Wählergemeinschaft FUCHS hat das Thema Anfang September dieses Jahres im aktuellen FUCHS-ABC zur Sprache gebracht. Nach unserer Auffassung muss etwas passieren, das den Betroffenen zumindest die Unsicherheit nimmt. Im Oktober dieses Jahres hat die Verwaltung der Gemeinde Mühltal dann vorgeschlagen, die Hauptleitung der Wasserversorgung in der Straße im betroffenen Abschnitt auszutauschen. Zugleich könnten die Anschlussleitungen in die Gebäude neu verlegt werden. Das fände ich eine gute Maßnahme, wenn sie die betroffenen Anwohner nicht einseitig belastet. Um hier die Lasten auf alle Schultern zu verteilen, haben wir übrigens im vergangenen Jahr, leider erfolglos, beantragt, dass unvorhergesehene und unverschuldete Wasserrohrbrüche zumindest nicht allein auf Kosten der betroffenen Bürger repariert werden.

Nach meiner Meinung sollte es nicht so weit kommen, dass derart viele Leitungen brechen. Das ist eine echte Chefsache, die Hausaufgaben müssen gemacht werden. Bürger, die rechtzeitig Defizite melden, sind für mich keine Ruhestörer, sondern wertvolle Hinweisgeber. Denn auch ein Bürgermeister kann nicht immer alles wissen.

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