Frankenhausen

Infrastruktur

Die Frankenhäuser Ortsgemeinschaft lebt nicht nur mit und von den Menschen, sondern auch von den Möglichkeiten, die sich den Menschen bieten. Wenn am Ort beispielsweise die Einkaufsmöglichkeiten fehlen, so muss es zumindest Gelegenheiten geben, auch ohne eigenes Auto Geschäfte zu erreichen. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) muss dann so attraktiv sein, dass die Menschen weiter entfernte Läden anfahren können.

Die Politik betreibt beispielsweise weder Lebensmittelläden noch Arztpraxen. In unserer Gesellschaftsordnung übernehmen diese Aufgabe private Unternehmer, oft sind es Kleinunternehmer, und freie Ärzte. Diese haben es aber häufig trotz guten Willens nicht einfach, um den Menschen diese Angebote zu machen. Viele scheitern an bürokratischen Hindernissen.

Wer beispielsweise nur einen Dorfladen betreiben möchte, der mitten im Ort liegt und der regelmäßig zu Fuß angesteuert wird, der muss dennoch zahlreiche PKW-Stellplätze bereithalten. Das ist zwar grundsätzlich richtig. Nach meiner Auffassung darf diese Bürokratie aber nicht dazu führen, dass überhaupt keine Dorfläden mehr eröffnet werden, weil die Auflagen zu groß sind. Hier kann die Kommunalpolitik echte Hilfe leisten, indem sie beispielsweise die bürokratischen Hürden senkt.

 

ÖPNV

Der ÖPNV liegt dagegen vollständig in den Händen der Politik. Hier halte ich es unter anderem für sinnvoll, eine weitere Busverbindung am Abend nach Frankenhausen bereitzustellen. Es geht dabei weniger darum, wie viele Menschen die Verbindung tatsächlich nutzen, sondern darum, dass wir die Sicherheit haben, uns auch in den Abendstunden auf den Linienverkehr verlassen zu können. Auch eine Busverbindung nach Modau unterstütze ich. In diesen Tagen habe ich mir übrigens nach dem Fahrplanwechsel einmal ein Tagesticket gekauft, um die Linien zu befahren. Über den Bus- und Bahnverkehr will ich nicht nur reden, sondern ihn auch selbst erleben.

 

Radweg

Für mich hat ein Radweg Waschenbach-Frankenhausen eine ganz zentrale Bedeutung. Frankenhausen ist ein wunderschöner Ort. Er ist aber vor allem gut mit dem Auto erreichbar. Die Busverbindung ist zwar vorhanden, aber nicht wirklich gut. Was fehlt, ist ein Radweg nach Waschenbach, der selbstverständlich auch als Fußweg genutzt werden kann.

Gegenwärtig ist Frankenhausen sehr abgeschieden. Während es Waschenbach mit der Radwegverbindung nach Nieder-Ramstadt gut getroffen hat, fehlt sie für Frankenhausen. Nach Waschenbach fahre ich gern mit dem Fahrrad, nach Frankenhausen fahre ich lieber mit dem Auto. Dabei meine ich, dass es nun nicht mehr nur bei den frommen Wünschen bleiben darf. Wo wirklich ein Wille ist, ist auch ein Weg, im Fall Frankenhausen ein Radweg. In Mühltal wurde in den vergangenen Jahren viel Geld ausgegeben, meiner Ansicht nach oft für Dinge, die nicht wirklich notwendig sind. Ich möchte jede Ausgabe gern daran messen, ob das Geld nicht für einen Radweg besser angelegt ist.

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg erstellt gegenwärtig ein Radverkehrskonzept. Als Mitglied des Kreistages habe ich die Möglichkeit genutzt, zu einem Radweg Waschenbach-Frankenhausen Stellung zu nehmen. Das Konzept sah den Radweg zwar als möglich an, aber nicht als besonders wichtig. Dabei waren den Erstellern des ersten Konzeptes offenbar nicht alle Fakten bewusst. Daher habe ich insbesondere auf die Gefahr hingewiesen, die bergauf durch die unübersichtliche Rechtskurve entsteht, zumal der Radverkehr hier wegen der starken Steigung zumeist nur sehr langsam unterwegs ist. Zu meiner Freude wurde mir inzwischen mitgeteilt, dass meine Bedenken anerkannt worden seien, weshalb der Radweg als wichtiger eingestuft würde. Das erhöht die Realisierungswahrscheinlichkeit natürlich. Ich möchte auch in Zukunft jede Möglichkeit nutzen, die vielleicht auch nur ein kleiner Schritt ist, um den Radweg endlich zu erhalten.

 

Ortsmitte

In Frankenhausen gibt es keine klassische Ortsmitte. Das Gemeinschaftsleben erfolgt an mehreren Stellen, etwa im Dorfgemeinschaftshaus, das aber etwas außerhalb des Siedlungsbereiches liegt. Eine eher geografische Mitte befindet sich an der Einmündung der Felsbergstraße in die Zeilstraße. Dieser kleine Platz könnte meiner Auffassung nach aufgewertet werden.

 

Durchgangsstraße

Frankenhausen ist ein zweigeteilter Ort. Die Zeilstraße schneidet den Siedlungsbereich fast in der Mitte durch. Ein Überqueren ist gerade für Kinder und Senioren oft nicht ungefährlich. Hinzu tritt, dass viele Autos manchmal kaum gebremst trotz der Geschwindigkeitsbegrenzungen Frankenhausen durchfahren. All das sehe ich als nicht zufriedenstellend an.

Daher habe ich in der Gemeindevertretung beantragt, auf Höhe der Bushaltestelle beziehungsweise der Bäckerei die Einrichtung von Zebrastreifen oder sogar Fußgängerampeln zu prüfen. Außerdem sollten zwei Mittelinseln an den Ortseingängen wie in Waschenbach errichtet werden, damit der Durchgangsverkehr die Geschwindigkeit reduziert.

Nach meiner Auffassung sollen die Vorschläge dafür aber zunächst den Bürgern vorgestellt werden, Sie sollen die Möglichkeit haben, noch weitere gute Anregungen vorzuschlagen. Erst danach sollen die Maßnahmen umgesetzt werden.

 

Steinbrüche

In der Nähe von Frankenhausen befinden sich die Steinbrüche Waschenbach und Nieder-Beerbach. Von beiden Steinbrüchen gelangen bei Sprengungen Lärm und deutliche Erschütterungen nach Frankenhausen. Aus der Asphaltmischanlage des Steinbruches Waschenbach dringen je nach Windlage zudem immer wieder unangenehme Gerüche nach Frankenhausen.

Als Gemeindevertreter habe ich im vergangenen Jahr wegen der Geruchsbelästigung bereits mehrere Anfragen an die Verwaltung gerichtet. Als Bürgermeister würden alle Verträge mit dem Betreiber der Steinbrüche und beispielsweise auch alle Gutachten über meinen Schreibtisch laufen. Selbstverständlich könnten dabei zahlreiche Möglichkeiten genutzt werden, um trotz gegebenenfalls langfristiger Verträge zu einem wirklich fairen Interessenausgleich zwischen Steinbruchbetreiber und Bürgerschaft zu gelangen.

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