Insellage

Inseln gelten als abgeschieden. Die üblichen Verkehrswege sind weit weg. Dafür lebt es sich auf einer Insel sehr ruhig. Daher werden Inseln oft als Traumlage bezeichnet. Wer aber die Insel verlässt oder auf sie gelangt, der verursacht durchaus Verkehr, der die Ruhe von anderen stört. Die leben dann nicht mehr in einer Traumlage. Die Traumlage der einen wird also damit erkauft, dass den anderen die Traumlage genommen wird.

Unter städtebaulichen Aspekten stellt die von der NRD geplante Dornbergbebauung eine Insel dar. Sie soll nach den Vorstellungen der NRD ganz am Ende der übrigen Bebauung wie in einer Sackgasse entstehen. Es soll also nach Möglichkeit kein fremder Verkehr durch das Baugebiet fließen. Das Baugebiet sorgt vielmehr selbst dafür, dass die bestehenden Wohngebiete fremden Verkehr erhalten, nämlich den, den das neue Baugebiet verursacht. Das ist für mich ein höchst egoistischer Ansatz, den die örtliche Politik längst hätte durchkreuzen müssen.

Die Häuser in der Bergstraße stehen bereits. Das heißt, dass wir uns damit abfinden müssen. Die Bergstraße kann sich auf den zusätzlichen Verkehr, der von dem Baugebiet ausgehen würde, nachträglich nicht mehr einstellen. Das neue Baugebiet aber könnte durchaus so geplant werden, dass es Verkehr aufnehmen kann, ohne die Bewohner dadurch besonders zu beeinträchtigen. Genau das würde ich erwarten und als Bürgermeister auch vorschlagen.

Wer die Vorteile eines Baugebietes nutzt, der sollte auch Nachteile in Kauf nehmen. Von jedem Baugebiet geht Verkehr aus, der oft andere Wohngebiete belastet. Es ist nicht zu viel, wenn erwartet wird, dass sich auch neue Baugebiete solidarisch an der Aufnahme von Verkehr beteiligen. Durch geschickte Planung können die Nachteile, die der Verkehr mitbringt, von Anfang an in Grenzen gehalten werden.

 

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