Entlastungsstraße I

Die Gemeinde Mühltal hat bereits 2011 ein Verkehrsgutachten bei den renommierten Verkehrsplanern Habermehl und Follmann in Auftrag gegeben. Sie wollte ganz objektiv wissen, wie es um den Verkehr bei uns bestellt ist und wie sich der Verkehr ändern würde, wenn neue Bebauung hinzukäme.

Das Ingenieurbüro hat für eine Bebauung des Dornberges ermittelt, dass täglich bereits 1.450 Autos mehr fahren würden, wenn das Neubaugebiet nur 4,9 Hektar groß sein sollte. Es hat deshalb schon 2011 den Bau einer Entlastungsstraße von der Flachsröße auf den Dornberg empfohlen, wenn dort gebaut werden sollte. Tatsächlich sind jetzt sogar 7,7 Hektar Bauland geplant. Daraus ergibt sich eine Mehrbelastung von gut 2.000 Fahrzeugen täglich.

Nun hat die NRD ein eigenes Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben, das sie auch bezahlt hat. Es sollte offenkundig die Absicht untermauern, gegen die Empfehlungen der Gemeindeplaner keine Entlastungsstraße zu bauen. Das Gutachten der NRD kommt zu anderen Ergebnissen und Empfehlungen, was mich auch nicht wundert. „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“, heißt es im Volksmund. Die Diskussion in der Gemeindevertretung hat sich leider allein auf das Gutachten der NRD bezogen, das keine Notwendigkeit für den Bau der Entlastungsstraße sah.

Insbesondere die Bürgerinitiative zur Entlastung der Bergstraße hatte uns auf diesen Sachverhalt aufmerksam gemacht. Nach unserem Verständnis sind wir Dienstleister der Bürger, die selbstverständlich einen Anspruch darauf haben, dass wir Anliegen wie diese sorgfältig prüfen und in der Gemeindevertretung vorbringen. Aus dieser Prüfung ergab sich überdies, dass für die gesamte Baustelle gut 100.000 Tonnen Material zu bewegen sind, was etwa 10.000 LKW-Fahrten entspricht. Auch dieser gesamte Verkehr sollte nach Vorstellung der NRD und der Mehrheit der Mühltaler Politik durch unsere Wohnstraßen fließen.

Dies hielten wir als Fraktion FUCHS für falsch, weshalb wir am 12. September 2017 in der Gemeindevertretung beantragt haben, dass bereits vor Baubeginn eine endgültige Entlastungsstraße auf Kosten der NRD gebaut wird. Dies sollte die Bedingung für das Baugebiet sein. Unser Antrag wurde von CDU, SPD, Grünen, Mühltalern und FDP abgelehnt. Sie sprachen sich damit für das Baugebiet ohne vorherige Errichtung einer Entlastungsstraße aus.

Advertisements